Artikel · Gründung
Selbstständig werden in Österreich
Keine Zeit? Zum Quick Click-Through →
Fünf Anmeldungen, in einer bestimmten Reihenfolge, und eine Frage, die vor allem anderen geklärt sein muss. Hier ist der ganze Weg auf einer Seite — und wo du weiterliest, sobald du mittendrin bist.
Zahlen für 2026 · Zuletzt aktualisiert im November 2026
This page in English →Der Einstieg auf einen Blick
- Zuerst klären
- Darfst du hier selbstständig sein?
- Zwei Wege
- Gewerbeschein oder Neue Selbständige
- Wo du dich anmeldest
- Bezirksbehörde, Finanzamt, SVS
- Frist
- Finanzamt innerhalb eines Monats informieren
- Umsatzsteuerfrei bis
- 55.000 € Umsatz
- Zurücklegen
- Etwa ein Drittel deines Gewinns
Deine Zahlen schätzen
Sieh dir an, was Einkommensteuer und SVS im ersten Jahr ungefähr von deinem Umsatz nehmen.
Darfst du hier überhaupt arbeiten?
Bevor du irgendetwas anmeldest, muss eine Frage geklärt sein — und genau die wird gern übersprungen, weil sie sich nicht wie eine Geschäftsfrage anfühlt.
Bist du Staatsbürger:in eines EU- oder EWR-Landes oder der Schweiz, darfst du in Österreich ohne besondere Erlaubnis selbstständig sein. Dann kannst du direkt zum nächsten Abschnitt springen.
Kommst du aus einem Drittstaat, brauchst du einen Aufenthaltstitel, der Selbstständigkeit tatsächlich erlaubt. Es gibt mehrere — die Rot-Weiß-Rot-Karte für selbstständige Schlüsselkräfte, die Rot-Weiß-Rot-Karte für Gründer:innen und eine Aufenthaltsbewilligung für selbstständige Erwerbstätigkeit. Welche für dich infrage kommt, hängt von deinem Vorhaben ab, und die Anforderungen sind hoch.
Der teuerste Fehler
Ein Aufenthaltstitel, der eine Anstellung erlaubt, erlaubt nicht automatisch auch Selbstständigkeit. Das sind unterschiedliche Titel mit unterschiedlichen Bedingungen. Prüfe deinen, bevor du ein Unternehmen anmeldest — nicht danach.
Das ist Aufenthaltsrecht, kein Steuerrecht, und das machen wir nicht. Die Austrian Business Agency führt dazu eine Übersicht — Aufenthaltstitel für Selbstständige, öffnet in neuem Tab (auf Englisch) — und das ist der richtige Ausgangspunkt.
Welche Form der Selbstständigkeit passt zu dir?
Österreich unterscheidet zwei Gruppen von Selbstständigen, und fast alles Weitere hängt davon ab, zu welcher du gehörst.
- Mit Gewerbeschein (Gewerbetreibende) — IT-Dienstleistungen, Fotografie, die meisten Beratungstätigkeiten, Personal Training, Handwerk. Du meldest ein Gewerbe an, wirst Mitglied der Wirtschaftskammer, und deine SVS-Versicherung beginnt ab demselben Tag.
- Ohne Gewerbeschein (Neue Selbständige) — Schreiben, Vortragstätigkeit, Übersetzen, bestimmte therapeutische und künstlerische Tätigkeiten. Kein Gewerbe anzumelden, aber du musst dich selbst bei der SVS melden, und zwar erst, sobald dein Gewinn 6.613,20 € im Jahr 2026 übersteigt.
Wichtig
Das ist keine Wahl. Es ergibt sich aus der Tätigkeit selbst, und ein Fehler hier wird rückwirkend korrigiert. Liegt deine Tätigkeit im Graubereich, lass sie vorher prüfen — der Gründerservice der Wirtschaftskammer macht das kostenlos.
Auch Gewerbescheine gibt es in zwei Varianten. Die meisten sind freie Gewerbe, die du sofort anmelden kannst. Manche sind reglementiert und brauchen einen Befähigungsnachweis. Welche Kategorie zutrifft, ist an der Berufsbezeichnung allein oft nicht erkennbar.
Was die jeweilige Form für deine Sozialversicherung bedeutet, erklären wir im vollständigen SVS-Guide.
Die Anmeldungen, in der richtigen Reihenfolge
Die Reihenfolge ist wichtig — jeder Schritt liefert etwas, das der nächste braucht.
- 1
Form klären — Gewerbeschein oder Neue:r Selbständige:r, freies oder reglementiertes Gewerbe. Der Gründerservice der Wirtschaftskammer bestätigt dir das kostenlos.
- 2
Gewerbe anmelden — oder eben nicht — Mit Gewerbeschein: bei der Bezirkshauptmannschaft oder im Magistrat, oder online über das Unternehmensserviceportal. Die Anmeldung selbst ist kostenlos. Ohne Gewerbeschein: hier gibt es nichts anzumelden.
- 3
Beim Finanzamt melden — Innerhalb eines Monats nach Tätigkeitsbeginn. Du füllst einen Fragebogen zu deinem erwarteten Einkommen aus und erhältst deine Steuernummer. Das läuft getrennt von jeder anderen Anmeldung — das macht niemand für dich.
- 4
SVS erledigen — Mit Gewerbeschein passiert das automatisch mit der Gewerbeanmeldung. Als Neue:r Selbständige:r meldest du dich selbst, innerhalb eines Monats nach Beginn.
- 5
Umsatzsteuer entscheiden — Bis 55.000 € Umsatz im Jahr 2026 kannst du als Kleinunternehmer:in umsatzsteuerbefreit bleiben: keine Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen, aber auch keine Vorsteuer zurück. Darüber, oder wenn du freiwillig optierst, brauchst du eine UID-Nummer und musst Voranmeldungen abgeben.
Die Förderung, die die meisten Gründer verpassen
Österreich erlässt echten Neugründungen bestimmte Gebühren und Abgaben nach dem Neugründungs-Förderungsgesetz, kurz NeuFöG. Das betrifft zum Beispiel Stempelgebühren und bundesrechtliche Verwaltungsabgaben auf die Gründungsunterlagen und — falls du Mitarbeiter:innen einstellst — bestimmte Lohnnebenkosten in den ersten zwölf Monaten.
Zwei Bedingungen zählen: Es muss sich um eine echte Neugründung handeln, und du darfst in den vorangegangenen fünf Jahren keine vergleichbare Tätigkeit geführt haben.
Woran es meistens scheitert: das Timing, nicht das Formular
Die Befreiung wird mit einer amtlichen Bestätigung (Formular NeuFö2) geltend gemacht, und die musst du vorlegen, wenn du sie beanspruchst — nicht nachträglich besorgen. Hol dir die Bestätigung, bevor du die Anmeldungen einreichst, nicht danach.
Was dein erstes Jahr wirklich kostet
Zwei Rechnungen, von zwei Behörden, nach völlig unterschiedlichem Zeitplan.
Die SVS startet sofort, wenn du einen Gewerbeschein hast — 160,81 € im Monat im Jahr 2026, selbst bei null Umsatz. Das wirkt überschaubar, und genau das ist das Problem: In den ersten beiden Jahren sind diese Beiträge nur vorläufig, und der tatsächliche Betrag wird erst Jahre später vorgeschrieben. Unser SVS-Guide erklärt, wie das funktioniert, und der Jahresend-Check erklärt, was du davor noch tun kannst.
Das Finanzamt kommt später. Im ersten Jahr zahlst du gar keine Einkommensteuer. Die Rechnung dafür kommt mit deinem ersten Steuerbescheid, meist zwei Jahre später — zusammen mit den Vorauszahlungen für das Jahr, in dem du dann gerade steckst. Mehr dazu in unserem Guide zur Einkommensteuer für Selbstständige.Bald
Daraus ergibt sich die nützlichste Gewohnheit, die du gleich am Anfang etablieren kannst: Leg dir etwa ein Drittel deines Gewinns zur Seite, auf einem eigenen Konto, und rühr es nicht an. In den ersten beiden Jahren legst du mehr zurück, als dir tatsächlich vorgeschrieben wird. Dieser Überschuss ist kein Extra-Geld — er ist die Nachzahlung, die schon wartet.
Brauchst du eine:n Steuerberater:in?
Ehrlich gesagt: nein, nicht rechtlich. Viele Selbstständige in Österreich machen ihre Steuererklärung selbst und kommen gut zurecht — wenn deine Situation einfach ist und dein Deutsch gut ist, ist das eine vernünftige Entscheidung.
Schwierig wird es an drei Stellen. Alles — die Formulare, die Online-Portale, die Schreiben — ist auf Deutsch, und die Fristen laufen ab dem Tag der Zustellung, nicht ab dem Tag, an dem du verstehst, worum es geht. Die Fachbegriffe haben keine sauberen Entsprechungen in anderen Sprachen, eine Übersetzung sagt dir also nicht, was zu tun ist. Und die teuren Fehler in den ersten Jahren sind nicht die, die dir auffallen — es sind die Freibeträge, von denen dir niemand erzählt hat, und die Fristen, von denen du nicht wusstest, dass sie schon liefen.
Das ist der ehrliche Grund, jemanden an der Seite zu haben — nicht, weil es unmöglich wäre, sondern weil du im ersten Jahr noch nicht weißt, was du nicht weißt.
Wenn du bei null anfängst in Österreich
Setup in Austria
Für Menschen, die gerade erst hierher gezogen sind und die gesamte Gründung aus einer Hand erledigt haben wollen, bieten wir gemeinsam mit Miglena Hofer einen eigenen Service an: Gewerbeanmeldung und steuerliche Ersteinrichtung in einem Paket, vom Gewerbeschein über die SVS bis zur Anmeldung beim Finanzamt, der UID-Nummer und der ersten Steuererklärung.
Den gibt es, weil "welches Amt zuerst" ein wirklich schlechter erster Eindruck von einem neuen Land ist — und weil die falsche Reihenfolge dich Zeit kostet, die du ohnehin schon knapp hast, während du nebenbei noch eine Wohnung suchst.
setupinaustria.at besuchen, öffnet in neuem TabHäufige Fragen
Darf ich schon starten, bevor alle Anmeldungen erledigt sind?
Was kostet die Anmeldung?
Brauche ich ein Geschäftskonto?
Muss ich für all das Deutsch können?
Offizielle Quellen
Die Regeln auf dieser Seite stammen aus offiziellen österreichischen Quellen.
- Work in Austria — Aufenthaltstitel für Selbstständige, öffnet in neuem Tab
Auf Englisch. Welche Aufenthaltstitel Selbstständigkeit erlauben und was sie voraussetzen. - WKO — Gewerbeanmeldung, öffnet in neuem Tab
Wo du ein Gewerbe anmeldest, welche Unterlagen du brauchst, freie versus reglementierte Gewerbe. - WKO — Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG), öffnet in neuem Tab
Was die Gründungsförderung abdeckt, die Bedingungen, und welche Bestätigung du brauchst. - SVS — Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen, öffnet in neuem Tab
Anmeldung, Beitragsregeln und die Versicherungsgrenze für Neue Selbständige.
Nicht sicher, welcher Weg für dich passt?
Buch dir ein kostenloses 30-Minuten-Gespräch. Wir klären, welche Anmeldungen du brauchst, in welcher Reihenfolge, und was dein erstes Jahr kosten wird. Du entscheidest danach, ob du mit uns zusammenarbeiten willst. Ohne Verpflichtung.
Fixpreise ab 800 € pro Jahr. Über 600 Klient:innen in Österreich. Kommunikation auf Deutsch oder Englisch — wie du willst.

Fachlich geprüft von Pascal Schraml
Steuerberater, Gründer von PSTax
Pascal berät seit 2023 Selbständige in Österreich und prüft jeden Beitrag auf dieser Seite fachlich. PSTax betreut über 600 Klient:innen, mehr als die Hälfte davon ohne deutsche Muttersprache.
Zu dieser Seite. Alle Werte gelten für 2026 und ändern sich jährlich. Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen zur Selbstständigkeit in Österreich; er ist keine individuelle Beratung und kann sie nicht ersetzen. Fragen zu Aufenthalt und Beschäftigungsbewilligung sind Aufenthaltsrecht und liegen außerhalb unseres fachlichen Bereichs — die Quellen oben sind dafür der richtige Ausgangspunkt. Fachlich geprüft von Pascal Schraml, Steuerberater, PSTax Steuerberatung FlexCo.
Weitere Themen
SVS-Beiträge 2026 und SVS-Nachzahlung: Was Selbständige in Österreich wirklich zahlen
SVS-Beiträge 2026 für Selbständige in Österreich: was du zahlst, wann die SVS-Nachzahlung kommt und wie du sie berechnest. Vom Steuerberater erklärt.
Aktualisiert: 21 Min. Lesezeit
Umsatzsteuer für Selbstständige in Österreich 2026: was du wirklich verrechnen musst
Umsatzsteuer 2026 für Selbstständige in Österreich: Sätze, Kleinunternehmergrenze, Vorsteuerabzug und wann sich der freiwillige Verzicht lohnt. Vom Steuerberater erklärt.
Aktualisiert: 6 Min. Lesezeit
Kleinunternehmerregelung in Österreich 2026: lohnt sich der Verzicht auf Umsatzsteuer?
Kleinunternehmerregelung 2026: Grenze, Vorsteuerabzug, wann sich der Verzicht lohnt und was auf der Rechnung stehen muss. Vom Steuerberater erklärt.
Aktualisiert: 5 Min. Lesezeit
Lieber persönlich klären?
Mach den Fit Check in 2 Minuten und buch dein kostenloses Erstgespräch.
Fit Check starten →